Die Oberdürnbacher Dorfkirche ist eine Filialkirche der Pfarre Maissau, und ist der Hl. Katharina geweiht.
Sie wurde im 14. Jahrhundert von den "Herren von Ober-Dürnbach" als Burgkapelle gestiftet. Der Stifter scheint "Ulrich von Dürrenpeckh", der 1339 Landrichter in Österreich war.  1740/41 erfolgen umfangreiche Zubauten, vor allem der durch seinen prachtvollen Stuck bekannte Barockturm mit seinem Zwiebeldach. Die Burg selbst ist vollkommen verfallen.            o

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1947 wurden bei Restaurierungsarbeiten durch den akad. Maler und Bildhauer Franta hinter dem Hochaltar Fresken entdeckt.
Die Abbildungen von 40 Figuren erstecken sich auf über 40m². Von einem unbekannten Künstler geschaffen, stellen sie das Leben der Hl. Katharina von Alexandria in Form einer Bild-Erzählung dar, wie sie das Volk auch ohne Kenntnis von Lesen und Schreiben verstehen konnte.

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Teilweise mussten bis zu 20 Übermalungen abgedeckt werden. Die Fresken dürften zur Zeit der Reformation übermalt worden sein.
Um die neu entdeckten Fresken besser zur Geltung bringen, stellte man das Hochaltarbild von 1894 "Verlobung der hl. Katharina mit dem Jesukind" als Seitenaltar auf, während der Hauptaltartisch nur ein schlichtes Holzkreuz, einen kleinen Tabernakel und Leuchter erhielt, später ergänzt um 2 wertvolle Holzplastiken.

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Neben der Holzplastik des hl. Leopold eine weitere, über deren Bedeutung die Meinungen auseinander gehen. Sie mag die hl. Katharina darstellen, oder - fast wahrscheinlicher - die hl. Bibiana, die auch als Beschützerin der Betrunkenen und vom edlen Wein Berauschten gilt. In der Darstellung steht sie gleichsam schützend auf einem Mann, der seinen Rausch ausschläft.
Eine dritte Holzfigur - der hl. Leopold - befindet sich im Wiener Diözesanmuseum.
Ein altes Marienbild weist das Marienmonogramm auf dem Rahmen aus.

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Ein Ölbild auf Leinwand aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhundert zeigt die "Kreuzigung Christi" in beeindruckender Karfreitagsstimmung. Eine exakte Kopie findet sich im Joaneum in Graz und in der Pfarrkirche von Arbing in OÖ. Diese wurde anlässlich der oö. Landesausstellung 1988 im Ausstellungskatalog folgendermaßen beschrieben:
Dieses nach Stichvorlagen von Merten de Vos, Wierix und Cornelis Cort konzipierte Gemälde ist wegen des Kopiencharakters zeitlich schwer einzuordnen. Die malerischen Qualitäten dieses Bildes (Altarblatt?), das in narrativen Details den Gedanken der Compassio konturiert, weisen in den süddeutschen Raum.
Die Orgel mit Holzpfeifen stammt aus 1785. Weltweit gibt es nur mehr 5 vergleichbare Stücke.

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